Der Sony TA-F 770 ES ist ein legendärer, audiophiler High-End-Vollverstärker aus Sonys renommierter ES-Serie (Elevated Standard). Er wurde von 1991 bis 1993 in Japan gefertigt und geniesst unter HiFi-Enthusiasten bis heute einen exzellenten Ruf für seine immense Kraft, Detailtreue und kompromisslose Materialqualität.
Hier ist eine detaillierte Übersicht über diesen Klassiker:
Wichtigste technische Daten
Der TA-F 770 ES zeichnet sich durch ein massives Gibraltar-Chassis (ein resonanzfreier Spezialguss gegen Vibrationen) und ein extrem stabiles Spontaneous Twin Drive-Netzteil aus:
• Leistung (RMS): 2 x 100 Watt an 8 Ohm / 2 x 140 Watt an 4 Ohm
• Dynamikleistung (DIN): 2 x 120 Watt an 8 Ohm / 2 x 180 Watt an 4 Ohm
• Gesamtklirrfaktor (THD): Extrem niedrige 0,003 % (bei 10W an 8 Ohm)
• Frequenzgang: 2 Hz bis 200'000 Hz
• Dämpfungsfaktor: 100 (an 8 Ohm)
• Gewicht: Gewaltige 21,3 kg (mit den optionalen Holzseitenteilen) [1, 3]
Anschlüsse und Ausstattung
Hinter einer edlen, ausklappbaren Metallklappe auf der Frontseite verbirgt sich eine Vielzahl an präzisen Einstellmöglichkeiten: [1]
• Phono-Vorstufe: Exzellenter integrierter Phono-Entzerrer für MM- und MC-Tonabnehmer (Anpassung direkt auf der Front schaltbar). [1, 2]
• Eingänge: Insgesamt 8 Eingänge, darunter Tuner, CD, Aux, Direct In sowie 3 Tape-Schleifen. [1, 2]
• Auftrennbarkeit: Vor- und Endstufe lassen sich über "Adaptor In/Out" oder "Main In" trennen, um Equalizer oder Prozessoren einzuschleifen. [1, 2]
• Klangregelung: Bass- und Höhenregler inklusive "Source Direct"-Schaltung zur vollständigen Umgehung des Klangnetzwerks für reinsten Signalfluss. [, 2, 3, 4]
Stärken und Schwachstellen im Alter
Wenn Sie den Kauf eines TA-F 770 ES planen oder bereits einen besitzen, sollten Sie die typischen Eigenschaften im Langzeitbetrieb kennen:
• Klang & Leistung: Er liefert ein extrem stabiles, druckvolles und hervorragend gestaffeltes Klangbild. Durch die MOS-FET-Bestückung klingt er nie analytisch-kalt, sondern behält stets eine natürliche Souveränität. [1, 2]
• Wärmeentwicklung: Der Verstärker läuft konstruktionsbedingt relativ warm (Ruhestrom/Bias). Er benötigt nach oben hin zwingend ausreichend Luft zum Atmen. [1, 2]
• Typische Alterserscheinungen:
o Die Eingangs-Wahllrelais und der Source-Direct-Schalter neigen nach Jahrzehnten zu Kontaktproblemen (Kanalausfälle oder Kratzen).
o Kalte Lötstellen an den Heissleiter-Bauteilen sowie gealterte Elektrolytkondensatoren (Elkos) in der Netzteil- oder Schutzschaltung können dazu führen, dass das Gerät verspätet oder gar nicht mehr aus dem "Protection-Modus" freischaltet. [1, 3, 4, 5]